Weinbewertungen – Welche Vorteile bietet der Global Wine Score

Welchen Einfluss haben Weinkritiker auf unsere Kaufgewohnheit?

Weinbewertungen sollen Konsumenten wie auch Händlern eine Orientierung im großen Angebot der Weine weltweit bieten und helfen eine Auswahl zu treffen. Sie dienen seit einigen Jahrzehnten Weinsammlern dabei, bei der Auswahl ihrer Weinkäufe abzuwägen welche Weine Ihnen gefallen könnten, ohne selber die Möglichkeit gehabt zu haben sie zu verkosten. So sollen die Einschätzungen versierter Verkoster dabei unterstützen den Wein zu verstehen und unterschiedliche Weine miteinander vergleichen zu können.

Doch ist die Masse der Bewertungen mittlerweile so groß, dass sich viele im Dschungel der vielen Punkte, ob auf einer 20 oder 100 Punkte Skala, der unterschiedlichen Kritiker oder gar zwischen Gläsern, Sternen und „roten Garnelen“ nicht mehr zu recht finden. Doch gibt es eine Lösung für eine bessere Orientierung? Wir glauben einen guten Ansatz gefunden zu haben, mehr Informationen finden Sie im Folgenden dieses Beitrags.

 

Wie haben sich die Publikationen über die Zeit entwickelt?

Noch vor vierzig Jahren waren nur wenige Kritiker und dabei insbesondere Robert Parker die ultimative Quelle für Weinbewertungen und boten damit eine Orientierung für Weinsammler. Heute sind es nicht mehr nur eine Handvoll Weinkritiker, sondern schon eine große Anzahl an Publikationen. Und hierbei  arbeitet jede Einzelne mit einem Team von vielen individuellen Verkostern, welche jeweils Experten für einzelne Weinregionen sind. Es ist in der Masse für Weinenthusiasten schwierig den Überblick zu behalten und auch für Weinhändler nicht einfach sich zu entscheiden welche Bewertungen man präsentiert. Nimmt man nur eine Bewertung kann es den Anschein erwecken man würde für jeden Wein nur die Bewertung oberhalb der 97 Punkte suchen, sei der Kritiker noch so unbekannt. Und wenn man sich dazu entschließt ausschließlich die Punkte einer Publikation zu nutzen, so kann es sein, dass man bei manchen Weinen so gar nicht mit den Bewertungen übereinstimmt. Den Wein dann ohne Bewertung abzubilden ist unglaubwürdig und eventuell nicht für den Verkauf förderlich.

Robert Parkers Durchbruch mit dem 1982er Jahrgang

Robert Parker gilt bis heute als einflussreichster Kritiker und auch Vorreiter der meisten heute agierenden Weinbewerter. Als jemand, der kraftvolle Weine besonders schätzt, bewertete er den 1982er Jahrgang in Bordeaux als außergewöhnlich, woraufhin die Weine mit entsprechend höheren Preisen als die Vorgängerjahrgänge vermarktet wurden. Dies war der Beginn für den Erfolg von Robert Parkers Publikation „The Wine Advocat“ welche er bis 2019 verantwortete und in den fast 40 Jahren die Weinwelt besonders prägte. Gleichzeitig polarisierte er auch.

Weingenießer mit einem Faible für filigranere Weine konnten häufig nicht mit seinen Bewertungen einhergehen, andere fanden es schwer nachvollziehbar, dass der sogenannte „perfect score“ von 100 Punkten gar nicht so selten vergeben wurde, insgesamt war dies über 250-mal der Fall. Heute ist robertparker.com bzw. The Wine Advocat in vollständigem Besitz von Michelin und Robert Parker hat sich vollständig aus dem Geschäft zurückgezogen. Schon seit einigen Jahren verkostet an seiner Stelle ein rund 10-köpfiges Team.

Eine Publikation steht heute für große Verkostungsteams

Es ist heute ohnehin so, dass die bekannten Verkoster von großen Teams unterstützt werden. Dies hat tatsächlich auch den Vorteil, dass man Experten für unterschiedliche Regionen und Weintypen einsetzen kann und der individuelle Geschmack einer Person nicht für eine gesamte Publikation steht. Kaum jemand kann sich für alle Weine der Welt gleichermaßen begeistern und würde doch sehr voreingenommen bewerten. Wenn man doch ein großer Freund von einem Weinstil ist, fällt einem eventuell das bewerten von völlig konträren Weinen schwerer.

Einige der ehemaligen Verkoster des Wine Advocats haben so mittlerweile ihre eigenen Publikationen geschaffen. Sie tragen dadurch zu einer größeren Masse an Verkostern bei, aber auch dazu, dass nicht ein einziger Geschmack den Markt dominiert und vielleicht auch ein wenig reguliert. Heute haben sich Verkoster wie Neal Martin, Antonio Galloni und Jeb Dunnuck auch selbstständig einen Namen gemacht.

Global Wine Score – „One single score, aggregated from critics”

Der Global Wine Score (GWS) kann nun ein wenig Ordnung in all diese unterschiedlichen Publikationen mit den vielseitigen Geschmäckern bringen. Er ist ein Durchschnittswert diverser internationaler Kritiker. Die Liste führt derzeit mindestens 17 der aktuell bedeutendsten Publikationen auf. Hierzu gehören Robert Parkers „The Wine Advocat“, James Suckling, Wine Spectator und viele mehr. Die Idee hinter Global Wine Score ist es Weinenthusiasten ein unvoreingenommenes objektives Urteil über die jeweiligen Weine zu geben und dabei viele unterschiedliche Ansichten und Bewertungen einfließen zu lassen. Seitdem die Firma Scorelab die sich auf Datenanalyse spezialisiert hat im Jahr 2017 begann den Global Wine Score zu kalkulieren wurden 350.000 Kritikerbewertungen zu 26.000 GWS kalkuliert und diese werden ständig ergänzt und weiter aktualisiert sobald neue Bewertungen der Kritiker veröffentlicht werden.

Diese Form der Bewertung bietet Weinbegeisterten eine einheitliche Einschätzung, ohne dass die Präferenz eines einzelnen im Vordergrund steht. Sondern vereint unterschiedliche Ansichten einer Gruppe der versiertesten Verkoster der Welt.

 

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