Was steckt hinter dem Mythos Champagner?

Als Liebhaber schäumender Weine erkennt man den Unterschied eines feinen, traditionell hergestellten Schaumweins zu einem oftmals kostengünstig produzierten Sekt einschlägiger Marken sicherlich.

Die sogenannte traditionelle Methode oder méthode champenoise wird für die hochwertigeren Produkte dieser Kategorie verwandt, wie es bei Champagner, Crémant oder zum Beispiel Winzersekten der Fall ist.

Was unterscheidet Champagner von anderen Schaumweinen?

Hierbei wird der Wein nicht einfach unter Druck mit Kohlensäure versetzt, sondern es entstehen durch eine zweite Gärung in der Flasche die feinen Bläschen. Nach der ersten alkoholischen Gärung wird dem Wein in der Flasche Hefe und Zucker zugefügt. Anschließend wird die Flasche mit einem Kronkorken verschlossen. Die Hefe beginnt dann den Zucker zu „vernaschen“ und zu Kohlensäure sowie Alkohol zu verstoffwechseln. Währenddessen entstehen in der Flasche bis zu 6 bar Druck.

Um die Hefe wieder aus der Flasche zu entfernen, müssen die Flaschen gerüttelt werden, wobei durch hin und her drehen der Flasche die Hefe in den Flaschenhals bewegt wird. Der obere Teil der Flasche wird dann so stark heruntergekühlt, dass der Hefepfropfen gefriert und beim Öffnen des Kronkorkens herausschießt. Dieses Verfahren wird Degorgieren genannt.

Je nach gewünschtem Süßegrad des Champagners wird dieser mit einer sogenannten Dosage aus trockenem Wein für eine Zero Dosage oder Brut Nature oder einem Anteil an Zucker für Champagner mit etwas Restsüße ergänzt. Hierbei ist der „Brut“ der üblichste Süßegrad. Um es für die Konsumenten etwas komplizierter zu machen folgen auf den relativ wenig süßlich schmeckenden Grad „Brut“ die Stufen „Extra Trocken“ und „Trocken“, welche anders als bei Stillweinen deutlich süß schmecken.

Hat der Mönch Dom Pérignon tatsächlich den Champagner entdeckt?

Diese heute sogenannte traditionelle Methode wurde nur zufällig entdeckt und zu Beginn sogar als Fehler wahrgenommen. Der Champagner wurde im kühlen Winter abgefüllt und gelagert und im wärmeren Frühjahr verschifft. Durch die gestiegene Temperatur begann die zweite Gärung und die Kohlensäure entstand. Im 17. Jahrhundert wurde die Entdeckung durch den Mönch Dom Pérignon perfektioniert und auch absichtlich herbeigeführt.

Ein Champagner erhält durch dieses aufwändige Verfahren und die lange Lagerung „auf der Hefe“, also vor dem Degorgieren, die besondere Note. Er hat eine sehr feine Perlage oder Mousseux. Die Kohlensäure ist wie ein feiner Schaum und erinnert nicht an zu sprudeliges Wasser. Gleichzeitig zeigt er eine ganz vielfältige Aromatik, die oft an frisch gebackenen Hefezopf bzw. Brioche, an Mandeln oder Honig erinnert.

Vintage Champagner, Prestige Cuvées und Lagenchampagner

In der Welt der Champagner gibt es zusätzlich noch einige Besonderheiten und Varianten. Zu diesen zählen beispielsweise die Jahrgangschampagner, die mitnichten in jedem Jahr hergestellt werden. Dazu gehören auch die Prestige Cuvées, die es nur in den besonders herausragenden Jahrgängen geben soll. Sie bilden die Spitze der Qualitätspyramide eines Champagnerhauses ab. Hierzu zählen wohlklingende Namen wie La Grande Dame, Sir Winston Churchill, Comtes de Champagne oder Cristal.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten gab es einige herausragende Champagnerjahrgänge, zu denen 1990, 1996, 2002 und als aktuellster 2008 zählen. Diese Jahrgänge bieten dem Champagner, was er benötigt, um sein ganzes Potenzial präsentieren zu können. Reife Trauben mit einem gewissen Grad an Säure, keinen zu hohen Zuckergehalt und eine möglichst ausgewogene Vegetationsperiode, die die Trauben gesund reifen lässt. Solche Jahrgänge werden für die besten Champagner nicht mit anderen Jahrgängen verschnitten – also cuvéetiert – und zeigen somit den einzigartigen Charakter des Jahrgangs und des Weinbergs. Mittlerweile liegt auch in der Champagne vermehrt der Fokus auf dem Ausbau einzelner Lagen, so dass in diesen Jahrgängen die gesamten Potenziale dieser Terroirs zum Tragen kommen. Je nach Zeitpunkt des Degorgierens und der Lagerung können solche Champagner ohne Probleme für zwei Jahrzehnte genossen werden.

Einige der feinsten Champagner finden Sie in Unserer Selektion und unserer Wine List und Wine List+.

 

“2008 is one of the greatest champagne vintages of my lifetime. So fine and focused, unbelievably long,
with great precision, purity and intensity, yet barely perceptible weight.”

Tom Stevenson, co-author of the Christie’s World Encyclopedia of Champagne.

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